Wie Spracherkennung unsere Zukunft gestaltet

Veröffentlicht am 20.01.2016

Es ist Freitagnachmittag und das Wochenende steht vor der Tür. Die Arbeitswoche hat einen ziemlich geschafft und man braucht einfach ein paar Stunden, um richtig abzuschalten. Den Abend alleine zu verbringen wäre auch nicht das Richtige, also wird die Spracherkennung des Smartphones aktiviert:

Schreibe SMS an Daniel: Lust auf ein paar Drinks?

Innerhalb von wenigen Augenblicken erscheint der gesprochene Text wie diktiert im Display des Telefons. Mit einem kurzen “Ja” zur Bestätigung, dass die SMS auch tatsächlich geschickt werden soll, ist dann alles in wenigen Sekunden erledigt – mühelos und quasi ohne “einen Finger krümmen zu müssen”. Dass dies so unkompliziert funktioniert, liegt an langjähriger Forschung und dem Interesse der Menschheit, Sprache maschinell zu verstehen und zu verarbeiten.

Mit Maschinen kommunizieren zu können und eine künstliche Intelligenz zu schaffen, wird bereits jahrzehntelang wissenschaftlich untersucht. Schon im Jahre 1932 haben Forscher der Bell Laboratories sich intensiv mit der Sprachwahrnehmung befasst und sind in den 50ern soweit gewesen, dass ein System es geschafft hat, die Zahlen 1 – 9 zu erkennen, das jedoch nur von einem Sprecher. Auch in Film und Literatur sind die Möglichkeiten der Spracherkennung immer wieder ein gern aufgegriffenes Thema:  In den 60ern ist die US-amerikanische Science-Fiction-Serie Raumschiff Enterprise (engl. Star Trek) erschienen. Wer hat nach der Ausstrahlung nicht davon geträumt, irgendwann mit einem Gerät zu kommunizieren, das einen versteht und verschiedene Dinge für einen erledigt? Die Kommunikation zwischen Michael Knight und K.I.T.T. in Knight Rider ist bei vielen eine Vorstellung aus der weiten Zukunft gewesen. Aber ist das wirklich noch so weit entfernt?

Mittlerweile ist ein Zeitalter angebrochen, in dem es nicht mehr unmöglich scheint, dass diese Science-Fiction-Vorstellungen Realität werden könnten (wenn sie es nicht sogar schon geworden sind). Immer mehr Technologien erscheinen auf dem Markt, die uns das Leben erleichtern sollen. Unser Zuhause wird nach und nach immer “smarter” und alltägliche Routinen werden automatisiert. Immer mehr Geräte haben bereits jetzt schon eine Spracherkennung, und die Möglichkeit mit unseren Haushaltsgeräten zu kommunizieren, liegt nicht mehr fern, sodass wir schon bald von unterwegs erfragen können: “Was fehlt alles im Kühlschrank?” oder:

Hallo Kühlschrank, muss ich später einkaufen gehen?

Skype bietet seit Mitte 2015 eine Echtzeitübersetzung des Gesprochenen an. Es werden erst ausgewählte Sprachen angeboten, wie Englisch, Spanisch, Deutsch und Chinesisch (Mandarin), und natürlich funktioniert alles noch nicht optimal, aber im Großen und Ganzen könnten sich ein Spanier und ein Deutscher in ihrer Muttersprache unterhalten und bestenfalls verstehen.

Die Technologien haben in den letzten Jahren Riesenfortschritte gemacht und haben noch viel Potenzial. Spracherkennung hat die Welt ein Stück weit verändert und wird es auch weiterhin. Sie ist ein Teil der alltäglichen Kommunikation geworden und wer weiß, was sie der Menschheit noch zu bieten hat.